Gott und die Nutztiere

Vielleicht kennen Sie diesen Witz: Kommt ein Planet an der Erde vorbei und sagt „Mann, du siehst ja gar nicht gut aus!“ Seufzt die Erde „Mir geht’s auch nicht gut. Ich habe Homo sapiens.“ Tröstet der Planet „Ach so, das kenn‘ ich. Keine Sorge, das geht vorbei.“

Vergangenen Sonntag war ich gemeinsam mit unserem Ehrenvorsitzenden Herrn Dr.Mittelstaedt zu einem besonderen Termin eingeladen: Im Kapuzinerkloster der Stadt Münster verlieh Ministerin Svenja Schulze den Preis der Vereinten Nationen, die den Klostergarten der Kapuziner für seine biologische Vielfalt ausgezeichnet haben.

Auch der ehemalige Bundesumweltminister Dr.Klaus Töpfer war da und fand – ebenso wie Frau Schulze – deutliche Worte zum Umgang der Menschen mit der Erde und dem, was auf ihr lebt.

Einer der Beteiligten an der Gestaltung des Klostergartens ist Dr.Rainer Hagencord, Theologe und Tierschützer, Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster.  Er stimmt mit dem, was in der Bibel steht, völlig überein: Tiere haben eine Seele.

Leider missachten die meisten Menschen (unabhängig davon, ob sie gläubig oder nicht sind) das jedoch, insbesondere im Hinblick auf die sogenannten Nutztiere. Dabei ist es eigentlich unerlässlich im Hinblick auf Nutztier- bzw. Massentierhaltung, Artensterben, Klimawandel etc., dass wir endlich unser Verhältnis zu den Tieren und der Natur überdenken, ihnen einen Wert einräumen und unser Verhalten ihnen gegenüber ändern.

Stattdessen halten wir uns für etwas Besseres. In seinem Buch „Die Würde der Tiere“ schreibt Dr.Hagencord „Dass die Tiere uns nahe sind was Intelligenz, Gefühl und Kultur betrifft, wird immer klarer. (Anmerkung: Er bezieht sich dabei auf Forschungen der Verhaltensbiologie.) … Nun gehen wir weiter zurück und werden sehen, dass die Profilierung zum Homo sapiens mit Blick auf seine Mitgeschöpfe gelang und nicht etwa in einer ignoranten und arroganten Abwendung von ihnen.“

Nein, wir sind nicht „die Krone der Schöpfung“ und dürfen uns bedenkenlos alle Lebewesen dieser Erde untertan machen. Wenn man an Gott glaubt sollte man auch realisieren, dass dieser ALLE Lebewesen erschaffen hat, wie es in der Bibel steht. Nichts berechtigt uns dazu, so grausam mit Tieren umzugehen und die Erde so auszubeuten, wie wir es ohne Not (!) tun.

Wenn man nicht an Gott glaubt, weil man pragmatisch ist und nur wissenschaftlich nachgewiesene Fakten gelten lässt, sieht es dennoch genauso aus: nur weil der Mensch meint, er sei etwas Besseres geht er mit den Tieren und der gesamten Erde so verantwortungslos um, dass er auf dem besten Weg ist, seine eigene Lebensgrundlage zu zerstören. So blöd ist kein Tier! Der vermeintlich so intelligente Mensch in seiner Ignoranz und Arroganz aber schon!

Wann kapiert dieser intelligente Mensch endlich, dass es so nicht weitergeht? Dass er sich in seiner Gier (nach Geld, nach Statussymbolen aber auch nach viel mehr Lebensmitteln als sein Körper eigentlich braucht) einschränken muss, um der Zerstörung der Erde – und dem unsäglichen Leid der Nutztiere – ein Ende zu bereiten? Um dem Planeten, den wir zwingend zum Leben brauchen, eine Chance zu geben sich wieder zu erholen?

Die Erde kann leben ohne den Menschen, die Tiere können es auch – der Mensch kann aber weder ohne die eine noch ohne die anderen bestehen.  

von Winnie Bürger

Winnie Bürger
Mitglied des Vorstands