Es gibt Dinge, die werde ich auch nach fast 30 Jahren in meinem Beruf nicht verstehen. Ich habe darüber auch schon einmal geschrieben, aber das diesjährige Silvester und der ausgesetzte Kater Max, so jedenfalls haben wir ihn getauft, zeigen mir, schlimmer geht immer und das Thema ist auch leider immer noch aktuell.
Das ganze Jahr hindurch werden Tiere ausgesetzt oder abgegeben. Das ist nie schön und, was die Abgabetiere angeht, auch oft nicht nachvollziehbar, weil es oftmals sehr profane oder ausgedachte Gründe sind, die uns da präsentiert werden. Daran gewöhnt man sich als Tierheimmitarbeiter aber und es ist das normale Tagesgeschäft. Ich selbst habe da auch weniger ein Problem mit. Klar, man ärgert sich, tagesformabhängig mehr oder weniger, wenn einem dreist ins Gesicht gelogen wird, aber wichtig ist das Tier, was bei uns safe ist, um dann vernünftig weitervermittelt zu werden.
Was mich aber nach all den Jahren immer noch triggert sind Tiere die kurz vor oder an Silvester ins Tierheim kommen, weil sie nicht mehr gewollt sind. So wie Max, der am Silvestermorgen einfach ausgesetzt wurde und in einer Box vor einer Düsseldorfer Klinik aufgefunden wurde.
Wie gemein und herzlos kann man sein, um an einem Tag, in einer Zeit, in der die meisten Tiere doch eh durch die Knallerei total verängstigt sind, sein Haustier in eine Box zu stopfen und wie Sperrmüll irgendwo hinzustellen. Max wurde von einer netten Dame gefunden und zu uns gebracht. Da saß er dann mutterseelenalleine in seiner Quarantänebox über den Jahreswechsel, während draußen die Knaller explodierten und die Raketen in den Himmel stiegen. Nicht wissend was da passiert und das auch noch in völlig fremder Umgebung. Die Vorstellung, dass zeitgleich seine „Besitzer“ sich irgendwo zugeprostet und ein frohes neues Jahr gewünscht haben, widert mich an!
von Katrin Haas

