Australien ist ein Land der Hitze. Der Höhepunkt ist jedes Jahr im Hochsommer: Buschfeuer.
Diese sind üblicherweise in dünn besiedelten Gebieten und für die Natur sogar wichtig. Einige Pflanzenarten, wie der Eukalyptus, treiben erst nach dem Feuer aus. Viele Tierarten haben Strategien entwickelt, den Flammen zu entkommen und verbleiben in Höhlen im Boden oder springen durch die Feuerwände auf schon verbrannte Flächen.
Das vergangene Jahr brach allerdings Rekorde: Nie zuvor, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, hat es so wenig geregnet und nie war es so heiß. Das Resultat ist das schlimmste Feuer der Geschichte Australiens von mehr als 10 Millionen Hektar. Eine Fläche, größer als ganz Belgien. Bisher gehen Schätzungen von über 25 Menschen und 1,2 Milliarden Tieren aus, die ihr Leben in den Flammen verloren haben. Da bringen Strategien auch nichts mehr.
Ursache für die Entartung der Buschfeuer ist ohne Zweifel der menschengemachte Klimawandel. Zwar existieren viele Meldungen zu Brandstiftungen, die Feuerwehr in New South Wales bestätigte aber, dass es sich um Falschmeldungen handelt und Blitze für die meisten Feuer ursächlich sind. Falschmeldungen sollten von der unbequemen Klimadiskussion ablenken.
Die sonst so wohl gestimmten Australier und vor allem die Feuerwehr greifen ihre Regierung, die eine sehr zurückhaltende Klimapolitik hat, immer mehr an… Das Land hat den zweitgrößten CO2 Ausstoß pro Kopf der Welt, stellt 50 % (!) seiner Landesfläche für die tierische Landwirtschaft zur Verfügung (Vergleich: Obst und Gemüse für den direkten Verbrauch: 3,5%), betreibt zu 80% Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen und dreckiger Kohle und kämpft gegen das größte Feuer seiner Geschichte. Und was macht Herr Premierminister? Fliegt erstmal in den Urlaub nach Hawaii, dementiert den Zusammenhang zwischen Klimawandel und dem verheerenden Feuer und schimpft auf die grünen Parteien. Gute Strategie!
Die tierische Landwirtschaft verbraucht übrigens auch Unmengen an Frischwasser, das für den Rest des Landes fehlt. Wilde Kamele, die auf ihrer Suche nach Wasser in Siedlungen eindringen, seien jetzt eine Gefahr. Und wie geht man damit um? Die Regierung gab den Abschuss von 10 000 Kamelen frei… Na klar, liegt ja auf der Hand.
Fest steht, wenn das so weiter geht, werden Buschfeuer in dieser Größenordnung häufiger auftreten, da sind sich die Experten einig. Und das nicht nur in Australien. Wir, am anderen Ende der Welt, können was tun. Wir können die dortige Feuerwehr und Wildtierauffangstationen unterstützen und spenden. Wir können aber auch das Problem an der Wurzel angehen: Kauft lokal, kauft mehr Gemüse und Obst und weniger Fleisch. Die Fäden haben die Verbraucher in der Hand. Denn die Politik ist, wie so oft, langsam und starrsinnig. Wir können was bewegen. #Wir sind mehr
von Natascha Karvang

