Lieben Sie auch die warmen, bequemen und dennoch leichten Daunenjacken und -westen? Gerade jetzt, wo es zunehmend kälter wird, sind sie für viele unverzichtbar.
Aber was genau sind eigentlich Daunen? Daunen sind die kleinen, ganz weichen Unterfedern von Enten und Gänsen, die im Gegensatz zu den sichtbaren Federn keinen harten Kiel enthalten. Die man in Kissen, Decken und Jacken füllt, weil sie so fluffig kuschelig sind und schön warmhalten.
Vielleicht haben Sie auch immer gedacht, dass sie quasi ein Nebenprodukt der Schlachtung sind? Weit gefehlt! Dabei unterscheidet man bei „Lebendrupf“ verschiedene Formen:
- Das maschinelle Rupfen ist in Deutschland untersagt, da es sich hierbei um eine besonders brutale Methode handelt. Allerdings kommt ein großer (wenn nicht sogar der größte) Teil der Daunen aus Ländern, in denen man es mit dem Tierschutz nicht so genau nimmt und auf EU-Erlasse oder gar deutsche Gesetze pfeift.
- Das Rupfen per Hand ist fast ebenso brutal. Die Tiere werden eingefangen, auf den Rücken gedreht, damit sie sich vor Angst und Schmerz nicht so wehren klemmen die Arbeiter die Tiere fest zwischen ihre Knie und reißen ihnen die in der Haut fest verankerten Federn und Daunen aus. Zurück bleibt ein gequältes Tier mit schmerzender, verletzter und blutiger Haut und ohne wärmendes Federkleid.
- Das sogenannte Raufen bedeutet, dass die Daunen nur während der Mauser – wenn sie also weniger fest in der Haut sitzen – entnommen werden sollen. Das bewahrt die Tiere nicht vor dem Stress der ganzen Prozedur und auch nicht wirklich vor den Schmerzen, denn auch wenn manche Daunen und Federn durch die Mauser lockerer sind, viele sind es eben auch noch nicht und werden trotzdem ausgerissen.
Die in nördlichen Ländern lebende Eiderente hat besonders feine Daunen, die ihr Gelege vor der dort herrschenden Kälte bewahren sollen. Sie polstert also mit ihren Daunen das Nest aus, damit es die Eier und Küken warm haben. Leider sind durch diese wärmenden und kuscheligen Eigenschaften die Eiderdaunen auch für die Verarbeitung in Jacken, Decken und Kissen besonders beliebt. Zwar sollen sie nur aus verlassenen Nestern gesammelt werden, aber wer glaubt das schon, zumal Eiderdaunen deutlich teurer als normale Daunen verkauft werden können.
Für die „Produzenten“ der Daunen ist es besonders hilfreich, dass die Daunen und Federn wieder nachwachsen. Man kann dem armen Tier also zwei oder dreimal das Ganze antun, bevor es vor Schmerzen und in die verletzte Haut eingedrungenen Infektionen stirbt.
Als wären diese Qualen nicht schon schlimm genug, werden die lebenden Tiere – noch mit oder schon ohne Federn – einzeln eingesperrt in engen, übereinander gestapelten Gitterkäfigen gehalten.
Leider kann man auch bei Daunen den Etiketten die behaupten es sei „kein Lebendrupf“ nicht trauen. Wenn Sie also unbedingt eine Jacke, eine Weste oder Bettwäsche mit Daunen haben wollen achten Sie bitte auf die Label Global Traceable Down Standard (TDS) oder Responsible Down Standard (RDS).
Noch besser: verzichten Sie auf Daunen und kaufen Sie stattdessen die ebenso schicken, leichten und warmen Produkte mit synthetischer Füllung. Denn es gibt noch ein weiteres Argument:
Enten und Gänse (auch die, deren Daunen als „Totrupf“ gewonnen werden) leben meist auf Farmen, wo sie zwangsweise gestopft werden um die berühmte „Stopfleber“ oder „foie gras“ herzustellen. Das Zwangsstopfen, bei dem den Tieren immer wieder ein Schlauch in den Hals geschoben und das Futter so in den Magen gestopft wird, ist ebenfalls eine entsetzliche Qual.
Bei den beiden genannten Labeln ist zwar auch die Zwangsfütterung verboten, aber wer weiß schon genau, was tatsächlich auf den Geflügelfarmen passiert…
