Pelz oder Fake Fur?

Eigentlich wäre es ja ganz einfach: wem das Leid der Tiere egal ist, der kauft Pelz, wem es nicht egal ist, der schaut auf die Bezeichnung „Fake Fur“ oder „Kunstpelz“ und alles ist gut. So einfach ist es aber leider nicht, denn wenn es um’s liebe Geld geht wird auch hier gelogen und betrogen, dass sich die Balken biegen.

Dabei ist es nur noch ganz selten der komplette Pelzmantel: Jacken mit Pelzkragen, Mützen mit Pelzbommel, Handschuhe, Schals, Handtaschen und das Innenfutter von Schuhen –  an unzähligen modischen Artikeln ist Pelz verarbeitet. Die Tiere, die dafür ihr Leben lassen mussten sind keine Tiere die man ohnehin geschlachtet hätte. Sie werden (meist in Asien oder Osteuropa) extra dafür gezüchtet oder von Tierfängern auf den Straßen eingefangen. Eingepfercht in viel zu kleine Käfige leben sie ein qualvolles Leben, bis sie herausgeholt, erschlagen (damit der Pelz keinen Schaden erleidet) und nicht selten noch bei lebendigem Leib gehäutet werden.

Und das alles nur, weil es manche Menschen schön finden, mit so einem pelzbesetzten Irgendwas durch die Lande zu laufen. Das „Modebewusstsein“ wiegt bei ihnen mehr als das Schicksal der Tiere.

Andere finden das pelzige Irgendwas schön, wollen aber nicht, dass Tiere dafür gelitten haben. Sie schauen beim Einkauf also auf’s Etikett und kaufen nur dann, wenn nicht „Echtpelz“ darauf steht. Nett gemeint, aber dennoch sinnlos, denn inzwischen ist die Herstellung von Kunstpelz teurer als die oben geschilderte Gewinnung von Echtpelz. Damit aber die Pelzgegner – die zum Glück immer mehr werden – trotzdem die Jacke, Mütze etc. kaufen, werden einfach die Etiketten gefälscht. So steht oftmals „Fake Fur“ oder „Kunstpelz“ drin, obwohl Echtpelz dran ist. Mit all den damit verbundenen Leiden.

Oder eine Bezeichnung, die niemand kennt, steht auf dem Etikett. Als da wären:

Gubi, GAE-Wolf oder Sobaki = Hund

Genotte, Genette, Serval oder Maopee = Katze

Nutriette oder Sealkanin = Kaninchen

Harpseal = Sattelrobbe

Ljaguschka oder Feh = Eichhörnchen

Kojah oder SAMI = Nerz

Kidus = Kreuzung aus Zobel und Baummarder

Carracal = Luchs

Das sind nur Beispiele, es gibt natürlich noch viel mehr Bezeichnungen in unterschiedlichen Sprachen, um zu verschleiern, dass es sich doch um echten Pelz handelt.

Aber wie können Sie nun erkennen, was echt und was künstlich ist? Sie können leicht über den Pelz pusten. Legen sich die Haare dann zur Seite ist es wahrscheinlich Echtpelz. Ist unter den Haaren dünnes weiches Leder, ist er wahrscheinlich ebenfalls echt. Wahrscheinlich. Sicher kann man Kunstpelz eigentlich nur erkennen, wenn man ein Feuerzeug dranhält und der verbrennende Pelz nach Plastik stinkt. Aber dieser Trick lässt sich im Laden nun mal kaum anwenden…

Deshalb: wenn Ihnen die Qual der Tiere wichtiger ist, als ein modisches Accessoire, lassen Sie einfach die Finger von Produkten mit irgendeiner Art von Pelz. Ganz egal ob vielleicht künstlich oder echt.

Und übrigens: Aktuell werden in Dänemark rund 1 Million Tiere aus Pelztierfarmen notgetötet, da sie das Corona-Virus in sich tragen und dieses leicht von den Pelztieren auf den Menschen überspringt. Denken Sie doch mal darüber nach, wenn Sie nach der Mütze mit dem Pelzbommel greifen.