Im Landtag fand am Samstag, dem 21.09.2024, ein Kongress der Grünen statt, bei dem in verschiedenen Workshops über allerlei Themen diskutiert werden sollte. Beim Thema „Tierschutz in den Kommunen“ war unsere Stellv. Vorsitzende Winnie Bürger dabei und hörte sich an, was der Grüne Sprecher für Tierschutz, Norwich Rüße und die NRW Tierschutzbeauftragte Dr.Gerlinde von Dehn zu sagen hatten. Leider war die Zeit knapp bemessen, so dass die vielen Fragen, Sorgen und Nöte der anwesenden Tierschutzvereine nur am Rande besprochen werden konnten. Es soll daher in naher Zukunft ein längeres, ausführliches Treffen geben. Winnie Bürger hatte im Vorfeld ein Konzept erstellt, das in 13 Punkten praktikable, leicht umsetzbare und kostengünstige Vorschläge zur Entlastung der Tierheime enthält. Nicht nur in Bezug auf Hunde und Katzen, sondern allgemein für alle Haustierarten. Dieses Konzept wurde verteilt und für so gut befunden, dass wir von Herrn Rüßes Büro um die Genehmigung gebeten wurden, es veröffentlichen und verwenden zu dürfen. Diesem Wunsch geben wir natürlich gerne statt.
Inzwischen liegt das Konzept auch den Verantwortlichen der anderen im Landtag vertretenen Parteien sowie der Bundestierschutzbeauftragten Ariane Kari vor, und wir sind gespannt, wie es weitergeht.
Seit Monaten werden in den Tierheimen Hunde abgegeben oder vom Amt eingezogen, die in Beißvorfälle verwickelt waren. Hunde, die unüberlegt angeschafft wurden, deren Bedürfnissen man nicht gerecht wurde, sie nicht kenntnisreich erzogen oder sozialisiert hat und die sich nun gefährlich zeigen. Frau Dr. von Dehn erläuterte in dem Zusammenhang auch noch einmal den Unterschied zwischen solchen, tatsächlich gefährlichen Hunden und Hunden, die nur aufgrund ihrer Rasse als gefährlich gelten (Listenhunde), egal ob sie sich gefährlich oder völlig harmlos zeigen. Letztere blockieren (aufgrund der mit ihrer Haltung verbundenen Auflagen) über Jahre hinweg Einzelplätze in den Tierheimen, da sie nur schwer bis gar nicht vermittelbar sind.
Unser Konzept beinhaltet auch Wege, dieses Dilemma aufzulösen, harmlosen Hunden eine Chance zu geben und vor allem Menschen und Tiere bestmöglich davor zu schützen, dass Hunde (gleich welcher Rasse) gefährlich werden. Das wäre echte Gefahrenvorbeugung und würde die Tierheime stark entlasten. Leider äußerte Herr Rüße im Rahmen des Workshops dennoch, dass mit ihm keine Abschaffung der Rasselisten zu erreichen wäre. Begründung: Wenn er sich dafür einsetze und zwei Wochen später ein Kind von einem Pitbull gebissen würde, wäre er auf Seite 1 der BILD-Zeitung und da wolle er so nicht hin.
Schade, dass hier trotz besseren Wissens politisches Kalkül über sinnvolles, effektives Handeln gestellt wird. Wir geben dennoch die Hoffnung nicht auf und werden uns weiter dafür einsetzen, dass endlich ein Weg eingeschlagen wird, die Tierheime nachhaltig zu entlasten und wirklichen Tierschutz zu betreiben.
