Geldmaschine Welpenhandel

Gunnar ist tot. Der winzige, flauschige Welpe mit den großen Augen hat es nicht geschafft.

Gebracht wurde uns Gunnar am Samstagnachmittag von einem jungen Pärchen, die ihn über ein Kleinanzeigenportal im Internet gefunden hatten. So ein süßer Welpe und gar nicht so teuer! Der angebliche Züchter bot auch freundlich an, den Hund zu bringen; er sei ohnehin in der Nähe bei einer Tierärztin, die den Kleinen noch chippen und impfen würde. Danach könnte man den Kauf abwickeln.

Gesagt, getan. Man traf sich auf einem Parkplatz und tauschte Welpe gegen Bargeld. Keine Quittung, kein Kaufvertrag – ein kleines Lebewesen verschachert wie man beim Flohmarkt einen Blumentopf kauft.

Der angebliche Züchter freut sich. Hat er doch wieder einmal gutgläubige Leute gefunden, die ihm auf den Leim gingen.

Die jedoch mussten schnell feststellen, dass mit dem Welpen etwas nicht in Ordnung war. Erbrechen, schleimiger Durchfall, Fieber… Sie hatten zwar das Geld für den Kauf gehabt, nicht aber für die notwendige tierärztliche Behandlung, und so brachten sie ihn nach zwei Tagen in unser Tierheim. Weg mit Schaden, die Tierschützer werden sich schon kümmern!

Haben wir auch und den kleinen, schwer kranken Welpen sofort in eine Tierklinik gebracht, damit man dort alle erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen durchführt. Eine winzige Chance zu überleben, gesund zu werden, die wir ihm unbedingt geben mussten, egal wieviel uns das kosten würde.

Der Kleine hat gekämpft und die Nacht überstanden, aber auch die beste Behandlung konnte ihn nicht retten. Sein kleiner Körper war zu schwach.

Nun ist Gunnar tot. Der angebliche Züchter wird in einem verdreckten Hinterhof neue Welpen produzieren, deren Mütter sie in Kot und Unrat gebären, eine Geburt nach der anderen, bis auch die Muttertiere dieses Leben in Dreck und Dunkelheit nicht mehr überstehen. Dann kommt eine neue Hündin, die in demselben stinkenden Gehege neue Welpen in die Welt setzen muss. Welpen, die mit putzigen Bildern im Internet angeboten werden, durch den ganzen Dreck aber übelste Krankheiten haben: Parvovirose, Giardien, Staupe…  Todkranke Welpen, die dennoch massenhaft an Menschen verkauft werden, denen die Preise seriöser Züchter und die Schutzgebühren unserer Tierheime zu hoch sind. Von diesem Geschäft lässt es sich vortrefflich leben, vorausgesetzt man ist der Vermehrer und nicht eins der ihm hilflos ausgelieferten Tiere.

Bitte, helfen Sie mit, dieses Leid zu verhindern! Wenn niemand mehr diese Billigwelpen kauft ist ihre Vermehrung auch kein Geschäft mehr. Sie werden dann dort bei ihrer Mutter sterben, das ist furchtbar, aber ebenso furchtbar ist es, wenn sie erst verkauft werden und dann sterben müssen. Denn dann hat der Vermehrer noch gut an ihnen verdient und wird weiter vermehren. Immer und immer wieder. Und die Käufer, die doch eigentlich nicht so viel für einen Welpen ausgeben wollten, haben (wenn sie es sich leisten können) hunderte Euros an Tierarztkosten – viel mehr als sie für ein gesundes Tier aus legaler Haltung hätten ausgeben müssen.

Kaufen Sie nicht im Internet! Lassen Sie sich immer direkt bei dem Züchter zu Hause (nicht als Foto!) zeigen, wo der Welpe herkommt, wie seine Eltern aussehen (beide!!!), bestehen Sie auf einem Impfausweis, einem Schutzvertrag (seriöse Züchter nehmen ihre Tiere wieder zurück, wenn das erforderlich sein sollte) und natürlich einer Quittung.

Denken Sie daran, wenn Sie ein Tier billig erwerben wollen. Sie retten damit kein Tier – Sie fördern nur das Leid hunderter weiterer Tiere. Es lohnt sich weder für Sie noch für die Welpen und ihre ausgebeuteten Mütter.

Denken Sie an Gunnar, das winzige Wesen, an dessen kurzes qualvolles Leben und an das lange Leid seiner Mutter. Machen Sie nicht mit in diesem Teufelskreis.