Das Leid der Legehennen

Gequält für unser Frühstücksei…

Kürzlich wurde eine groß angelegte Studie der Universität Kopenhagen veröffentlicht. Zwar sind die schlimmen Haltungsbedingungen der Legehennen insbesondere bei der konventionellen Bodenhaltung inzwischen den meisten Verbrauchern bekannt, die Studie untersuchte jedoch nicht die Haltung sondern die Skelettgesundheit der Tiere.

Das erschreckende Ergebnis: über 85 % der Legehennen haben mindestens einmal, oft auch mehrmals, einen Bruch des Brustbeins erleiden müssen.

Und das, obwohl sie in der Regel nicht älter als etwa ein Jahr werden.

Der Grund dafür ist in der Zucht zu suchen: die Hühnerrassen sind so hochgezüchtet, dass sie möglichst früh (also so jung, dass ihr Skelettapparat noch gar nicht richtig gefestigt ist) schon Eier legen und dies dann mit einer maximalen Legeleistung „wie am Fließband“ durchziehen. Doch jedes Ei, das im Huhn heranreift und mit einer Eierschale versehen wird, entzieht dem Tier Kalzium. Ein wichtiges Mineral, das unverzichtbar für die Knochengesundheit ist.

Menschen mit Kalziummangel bekommen Osteoporose – wer sie hat, weiß wie schmerzhaft sie ist. Entstehen dadurch dann Knochenbrüche, vervielfacht sich der Schmerz.

Das ist bei den Hühnern nicht anders.

Und obwohl das Tierschutzgesetz es verbietet, dem Tier vermeidbares Leid und Schmerzen zuzufügen, wird täglich millionenfach gegen diese Vorschrift verstoßen. Ohne, dass es irgendwelche Konsequenzen für die Tierhalter hat!

Dabei gibt es eine Lösung: die Rückkehr zum sogenannten Zweinutzungshuhn. Also zu Hühnerrassen, die etwas weniger Eier produzieren und somit ausreichend Kalzium für ihre eigenen Knochen zurück behalten können. Die Tiere sind gesünder und dadurch auch vitaler, haben also deutlich mehr Lebensqualität.

Ein positiver Nebeneffekt ist es, dass die männlichen Küken der Zweinutzungshühner besser gemästet werden können. Das Problem des Kükentötens wäre damit also auch aus der Welt.

Der zweite positive Effekt, dass die Zweinutzungshühner selbst auch bessere „Fleischlieferanten“ sind. Im Gegensatz zu den ausgemergelten Legehennen, verfügen sie über ausreichend Fleisch, so dass man nach der Schlachtung noch die vom Verbraucher so geliebte Hähnchenbrust gewinnen kann. Damit hätte man auch die Qualen der hochgezüchteten reinen Masthühner verhindert.

Es wird unbedingt Zeit für ein Umdenken in der Nutztierhaltung. Tiere sind keine Maschinen, sondern Lebewesen, die Schmerz und Leid empfinden. Wenn die Verbraucher bereit wären, weniger tierische Produkte zu verzehren und bei dem, was sie kaufen, auf gute Haltung zu achten, könnten Millionen Hennen und Hähne ein deutlich besseres, weniger qualvolles Leben führen.