Billig schlägt Tierwohl

Es ist schon ein wenig paradox: immer mehr Menschen wollen, dass die Nutztiere ein gutes Leben haben, bevor sie für ihr Fleisch und ihre Wurst getötet werden, aber dennoch sind nur wenige bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Das wäre aber für die gute Haltung, die viel mehr Platz, Material und Arbeitsaufwand benötigt, aber nunmal Voraussetzung.

Eigentlich waren wir auf einem guten Weg, doch jetzt, wo die Preise für praktisch alles in die Höhe gehen, wird ausgerechnet am Fleisch wieder gespart.

Die Markenjeans muss ich haben, den Urlaub sowieso, auch die Pizza die deutlich teurer ist als wenn ich sie zu Hause selbst aufbacke und den teuren Coffee to go, den Kirmesbesuch, das neue Handy, die künstlichen Wimpern und Fingernägel – all das leistet man sich, so überflüssig das meiste davon auch ist. Aber beim Fleisch, bei Wurst, Milchprodukten, Eiern und anderen Produkten für die Tiere massiv leiden, da fängt dann plötzlich die „Geiz ist Geil“-Mentalität wieder an zuzuschlagen. Und statt zu Haltungsstufe 4 wird bedenkenlos zu Haltungsstufe 1 und 2 gegriffen – Hauptsache billig.

Es muss umgekehrt sein! Nicht da sparen, wo fühlende Lebewesen leiden, sondern da, wo es um Kaufrausch, Privatvergnügen und unnötigen Luxus geht!

Die Tiere in der konventionellen Haltung leben ein Leben ohne ihren angeborenen Bedürfnissen nachgehen zu dürfen, aber der Mensch hat keine Skrupel, seine Bedürfnisse (die NICHT lebensnotwendig sind!) über das Leben der Tiere zu stellen. Wie grausam kann man sein…

Das Video zeigt zwei Schweinchen, die als Muttersau ihr Leben lang im engen Kastenstand vor sich hin vegetieren müssten. Ohne sich umdrehen zu können, ohne auch nur eins ihrer artgemäßen Bedürfnisse wie Schnüffeln, Suhlen, Wühlen, mit Artgenossen kuscheln, Laufen und Springen ausleben zu können. Diese Schweinchen hatten Glück und nun ein gutes Leben. Millionen Artgenossen haben dieses Glück nicht. Vielleicht trägt dieser Film dazu bei, dass der ein oder andere Mensch ein wenig umdenkt und (wenn er auf Fleisch nicht verzichten will) zu Haltungsstufe 4 greift, wo die artgerechten Bedürfnisse der Tiere besser berücksichtigt werden, und dafür an anderer Stelle spart. Bei leblosen Dingen, statt bei fühlenden Lebewesen.