(K)ein OB für die Tiere

Am 13.September bekommt unsere Stadt einen neuen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin oder entscheidet sich dafür, den bisherigen zu behalten.

Wer sich noch nicht sicher ist wen er wählen soll, kann online den Düssel-o-mat bemühen und dort zu vorgegebenen Fragen anklicken, wie wichtig ihm dieses Thema ist. Am Ende erfährt man dann, welcher Kandidat die für den Benutzer wichtigen Wünsche am ehesten erfüllt. Pech nur, dass es viele Themen gibt, die bei den Fragen überhaupt nicht auftauchen. Zum Beispiel, der Tierschutz.

Warum ist das so? Warum wird zwar nach meiner Meinung zu Fitnessanlagen in öffentlichen Parks, Fahrradsharing, verkaufsoffenen Sonntagen und Telemedizin gefragt, nicht aber z.B. danach, ob die Hundesteuer zweckgebunden für Tierschutz eingesetzt werden soll, ob man das Stadttaubenprojekt durch mehr Taubenschläge unterstützen würde, ob man den Tierschutz an Schulen einführen sollte um Kindern den artgerechten und gefahrenpräventiven Umgang mit Tieren beizubringen und vieles mehr.

Der Tierschutz ist voller Themen, die für eine Stadt und ihre Bewohner*innen wichtig sind. Angefangen bei einem großen, professionellen Tierheim mit Tierärzten und gut ausgebildeten Pfleger*innen – denn wo sonst soll das Ordnungs- bzw. Veterinäramt ausgesetzte oder gefundene Tiere unterbringen? Tiere von alten Menschen, die ins Seniorenheim müssen, Tiere die aus schlechter Haltung gerettet oder illegal aus dem Ausland eingeführt wurden?

Über die Versorgung der Unmengen Stadttauben, die im Stadttaubenprojekt tierschutzgerecht an einer unkontrollierten Vermehrung gehindert aber auch vor dem Verhungern oder krankheitsbedingten Qualen bewahrt werden.

Über die Förderung der Tierrettungsdienste, die sich um aufgefundene, angefahrene, verletzte Tiere aller Art ebenso kümmern, wie um die Katze, die aus der Baumkrone in sieben Metern Höhe nicht mehr herunterfindet.

Bis hin zu der Frage, wie sinnvoll Rasselisten wirklich sind und ob man die sogenannten Listenhunde nicht wie alle anderen Hunde behandeln und auf die Landesregierung einwirken sollte, damit diese die Rasselisten zu Gunsten einer allgemeinen Halterkunde abschafft.

Ja, viele Themen der Düsseldorfer OB-Kandidaten sind wichtig und sinnvoll – zu Integration, Wirtschaft, Umwelt und Stadtentwicklung. Aber die Tierschutzthemen wären es genau so wert, erwähnt zu werden. Und zwar nicht nur bei der Partei für Tierschutz, sondern auch bei den etablierten Parteien, aus deren Reihen – aller Voraussicht nach – der/die Oberbürgermeister*in gestellt wird.

Dabei lebt statistisch gesehen in fast jedem zweiten Haushalt ein Heimtier – das Thema Tierschutz wäre also für fast alle Wähler wichtig. Sehr schade, dass die Kandidaten, die unsere Stadt führen und besser machen wollen, das aus den Augen verlieren.

Aber immerhin hat Dr.Keller unser Tierheim besucht (wir berichteten) und wird sich am 29.08. auch noch unseren Tierschutzhof für das TiNa-Projekt anschauen. So ganz vergessen sind die Düsseldorfer Tiere vielleicht ja doch nicht.