Sie wurde diese Woche von ihrer Besitzerin bei uns abgeladen. Mehr als 120 Kilometer ist ihr „bis heute-Frauchen“ dafür gefahren.
Anstatt ihr den „Orden für außergewöhnliche Aufopferung und Einsatz“ ans Revers zu heften, haben wir erst mal sehr irritiert geschaut, denn gerade die Katzen-Aufnahmestationen sind im Moment bis zum Bersten gefüllt. Als wir nähere Fragen zu den Abgabegründen und ein paar Eckdaten zur Katze erfragen wollten, riss zuerst der Geduldsfaden der ehemaligen Katzenhalterin und dann auch der der Tierheim-Mitarbeiter.
Eine Spende für die Versorgung der ungeimpften und nicht gekennzeichneten Katzendame konnten wir uns natürlich genauso abschminken wie die Hoffnung auf ein biss Einsicht für unser Dilemma.
Lirum larum. Lucy sitzt nun bei uns und muss erst mal die Welt wieder verstehen.
Grundsätzlich helfen wir gerne, wenn wir können. Aber auch wenn die Tierheime in der Umgebung voll sind, können wir nicht ständig einspringen und ungefiltert Tiere aufnehmen. Die emotionale Erpressung der Tierheim-Mitarbeiter scheint dabei immer mehr zum salonfähigen Werkzeug zu werden. „Wenn Sie nicht, dann…“ – was „dann“? Dann wird ausgesetzt, eingeschläfert oder selbst Hand angelegt? In den meisten Fällen wahrscheinlich nur ein Säbel rasseln und viel heiße Luft, aber wer weiß das schon genau…?

