Besuch auf Hof Sagel in Bottrop

Gestern waren wir nach langer Zeit mal wieder bei Burkhard Sagel in Bottrop. Durch Corona konnte man monatelang ja nur auf Facebook verfolgen, was es in seinem Stall Neues gibt: vor allem viele neue, wunderschöne Kälbchen.

Inzwischen kann er auch seine Grillseminare wieder anbieten, Kinder können zum „Kuhkuscheln“ auf den Hof kommen, und auch die Vermarktung läuft wieder. Gemeinsam mit Kollegen wird zweimal im Monat freitags und samstags bei ihm Fleisch und Wurst ausschließlich aus bester, tiergerechter Haltung angeboten. Rind, Schwein und Geflügel.  Auf Tierwohl hat Burkhard Sagel nämlich schon Wert gelegt, als es dieses Wort noch gar nicht gab.

Das war 2019 auch der Anlass für unseren ersten Besuch auf seinem Hof, wo er in einem ehemaligen Schweinestall einen Platz geschaffen hat, in dem sich seine Kühe und ihre Kälbchen „sauwohl“ fühlen. Die Kälbchen dürfen viele Monate bei den Müttern bleiben und können frei herumlaufen. Alle, auch die Mütter, haben jede Menge Platz, viel Stroh, Licht, frische Luft, und natürlich dürfen bei den richtigen Temperaturen auch alle auf die Weide. Sagel geht es nicht darum, dass seine Kühe viel Milch geben. Er will glückliche Tiere, die viele Monate lang gemeinsam mit ihren Kälbchen ein schönes Leben haben. Das funktioniert: man sieht und merkt, wie wohl sich die Tiere fühlen, die erfreut muhen sobald der Bauer den Stall betritt. Und seine Kälbchen sind fröhlich, lebhaft, neugierig, zutraulich – und wunderschön!

Von dieser besonderen Haltung ließ sich auch Ulrich Budnik, Inhaber großer REWE-Läden in Dortmund, begeistern. In seinen Märkten bietet er bereits Schweine- und Geflügelfleisch aus bester Haltung an, Rind hat bislang noch gefehlt, weil ihn kein Landwirt so richtig überzeugen konnte. Uli Budnik hat von tierwohl.tv Bildschirme mit Live-Stream aus den Ställen an der Fleischtheke installieren lassen. Damit die Käufer auch sehen, wofür sie mehr Geld ausgeben sollen. Das funktioniert natürlich nur, wenn es auch gesunde und glückliche Tiere zu zeigen gibt. Bei Burkhard Sagel fand er nun nicht nur Kompetenz, sondern auch Tierwohl und Regionalität. Die Chancen für eine künftige Geschäftsbeziehung stehen gut, und damit auch die Chancen, dass mehr und mehr Landwirte anfangen, ihren Tieren ein wirklich gutes Leben zu bieten.

Wir Tierschützerinnen sind aus naheliegenden Gründen Veganer. Bei Kuh und Kälbchen wollen wir nicht an Fleisch denken, sondern den Kontakt mit diesen wundervollen Tieren genießen, die alle einen eigenen Charakter haben. Lebewesen, die man unserer Ansicht nach nicht essen, sondern denen man – wie allen – ein schönes Leben bieten sollte. Wir arbeiten daran, dass mehr Menschen aufhören, Tiere zu essen. Aber so lange die Mehrheit noch täglich Fleisch, Wurst und andere tierische Produkte als unverzichtbar ansieht, so lange ist das beste, was wir für die Tiere tun können, Landwirte, Händler und Verbraucher davon zu überzeugen, dass es diesen sogenannten Nutztieren gut gehen soll, so lange sie leben.

Bei Burkhard Sagel ist das der Fall, und so war der Besuch gestern für alle ein schönes, ganz  besonderes Erlebnis.