Wichtig: Listenhunde

Wichtiges zum Thema Listenhund

Verantwortungsvolle Hundehalter informieren sich vor der Anschaffung eines Listenhundes (auch Anlagehund genannt) über die in ihrem Bundesland geltenden Auflagen.

In NRW bedeutet dies laut Landeshundegesetz LHundG:

Betroffen sind mit Liste I die Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Pitbull Terrier.

Auf Liste II stehen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Neapolitano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu.

Die Auflagen bei Liste II sind unwesentlich geringer als die von Liste I.

Auch Kreuzungen untereinander bzw. mit Nicht-Listenhunden unterliegen den Auflagen.

Achtung: Sollten Sie sich einen Hund angeschafft haben, der laut Ausweis z.B. ein Boxer-Labrador-Mix ist aber wie ein Listenhund aussieht, müssen Sie durch ein Rassegutachten nachweisen, dass es sich nicht um einen Listenhund(-Mix) handelt!

Die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen sind (neben der allgemeinen Chip-Pflicht) :

  • mind. 18 Jahre alt
  • in der Lage einen solchen Hund sicher an der Leine zu halten und zu führen
  • Vorlage eines aktuellen, erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses
  • Amtlicher Sachkundenachweis (beim Veterinäramt abzulegen)
  • Abschluss einer entsprechenden, hohen Hundehaftpflichtversicherung
  • Ausbruchsichere und verhaltensgerechte Unterbringung
  • Liste I: der Hund darf nur (!) aus dem Tierschutz kommen, nicht von privat.
  • Listenhunde dürfen daher weder verkauft noch verschenkt werden.
  • Je nach Wohnort wird auch die Vorlage einer Genehmigung durch den Vermieter verlangt.
  • Die Unterbringung wird vom Ordnungsamt geprüft, d.h. man kommt zu Ihnen nach Hause und prüft, ob die Wohnung/das Haus/der Garten tatsächlich ausbruchssicher sind. Die Errichtung eines 1,80 m hohen umlaufenden Zaunes kann erforderlich sein.

Wenn diese Auflagen erfüllt werden, stellt das Amt eine Haltegenehmigung aus und man kann den Hund zu sich holen. Dann ist aber noch so einiges zu beachten:

  • Zucht mit den Rassen der Liste I und ihren Mischlingen ist verboten, der Halter muss sicherstellen (z.B. durch Kastration), dass der Hund sich nicht vermehren kann.
  • Der Hund muss einen Maulkorb tragen und ist stets an der Leine zu führen. Auf Antrag kann man einen Wesenstest mit ihm absolvieren, durch den er Maulkorb- und/oder Leinenbefreiung erhalten kann. Diese „Vergünstigung“ kann rückgängig gemacht werden, wenn der Hund in irgendeiner Weise auffällig wird!
  • Sobald man mit dem Hund in die Öffentlichkeit geht (also z.B. beim Spaziergang) muss man die Haltegenehmigung sowie den eigenen Personalausweis bei sich tragen.
  • Man darf niemals zwei Listenhunde gleichzeitig führen.
  • Nur derjenige, der die Halteerlaubnis hat, darf mit dem Hund in die Öffentlichkeit.
  • Nur derjenige, der mit dem Hund die Verhaltensprüfung (Wesenstest) abgelegt hat, darf den Hund ohne Maulkorb bzw. Leine führen. Wenn also Sie und Ihr Partner beide mit dem Hund Gassi gehen wollen, müssen sie auch beide den Wesenstest mit ihm bestehen und natürlich müssen beide die Erlaubnis „zum Führen eines gefährlichen Hundes“ haben.

Sehr wichtig zu wissen sind aber auch folgende Punkte, die sich aus den Vorschriften des Landeshundegesetzes oder anderer gesetzlicher Regelungen ergeben:

  • Auch wenn ihr Hund den Wesenstest bestanden hat, gilt die Maulkorb- bzw. Leinenbefreiung ausschließlich in ihrem eigenen Bundesland.  Bei Urlaub oder Umzug in ein anderes Bundesland müssen Sie sich unbedingt über die dortigen gesetzlichen Regelungen (Auflagen) informieren und klären, was Sie beachten müssen. Das gilt auch für Tagesausflüge!
  • Bei Umzug müssen Sie umgehend das Veterinäramt des neuen Wohnortes sowie das des bisherigen Wohnortes informieren.
  • Sie dürfen niemals ihren Hund einer anderen Person anvertrauen, die den Sachkundenachweis, das Führungszeugnis und die entsprechende Erlaubnis zum Führen dieses Hundes nicht hat! Im Klartext: wenn Sie mit 40° Fieber im Bett liegen darf ihr Listenhund nur von jemandem mit entsprechender Erlaubnis Gassi gehen. Sie dürfen ihn niemandem anvertrauen, der diese Erlaubnis nicht hat. Weder nur ganz kurz, noch nur in der Wohnung. Sollten Sie z.B. in ein Krankenhaus müssen, ist der Hund in eine Tierpension unterzubringen die die Genehmigung zur Unterbringung von Listenhunden hat.

Tipp: Lassen Sie nicht nur ihre/n Partner/in die Erlaubnis zum Führen eines gefährlichen Hundes einholen, sondern nach Möglichkeit auch ein, zwei Freunde, damit Sie jemanden haben der im Notfall einspringen kann.

Achtung: Nicht vergessen: beim Gassi gehen mit anderen, auch wenn diese eine Erlaubnis haben – muss Maulkorb- und Leinenpflicht eingehalten werden, wenn sie nicht auch den Wesenstest mit dem Hund bestanden haben.

  • Sie dürfen den Hund nicht führen, wenn Sie ihn nicht sicher halten können. Das heißt z.B. wenn Sie alkoholisiert sind, an einer Krücke gehen müssen etc.
  • Es darf keine Flexi-Leine benutzt werden! Leinen müssen stabil und max. 1,50 m lang sein.
  • Der Hund darf nicht vor einem Geschäft angebunden werden. (Sollte man ohnehin nicht machen, da diese Rassen gerne geklaut werden.)
  • Urlaub/Aufenthalt ist in Europa nur in wenigen Ländern erlaubt (Niederlande, Belgien, Italien…) Selbst ein Tagesausflug oder stundenweiser Aufenthalt ist beispielsweise in Frankreich verboten.

Achtung: Verstöße gegen dieses Verbot bedeuten, dass Ihr Hund dort beschlagnahmt wird! Informieren Sie sich unbedingt vorher genau, welches Land einen Aufenthalt mit Listenhund zulässt.

  • Bei Aufenthalt im Ausland ist der EU-Ausweis mitzuführen, meist wird eine gültige Tollwutimpfung gefordert und oft besteht Maulkorb- und Leinenpflicht, auch wenn Sie hier die entsprechende Befreiung haben.

Natürlich können Sie sich über die Regelungen hinwegsetzen und hoffen, dass niemand Sie erwischt. Wenn aber doch, haben Sie nicht nur eine Geldstrafe von z.T. mehreren Tausend Euro zu erwarten, sondern Ihnen wird auch der Hund weggenommen. Sie können dann gerichtlich klagen, haben aber durch Ihr Verhalten ja gezeigt, dass Sie die im Hundegesetz geforderte Zuverlässigkeit nicht besitzen – Ihre Chance, Ihren Hund zurück zu bekommen ist daher mehr als gering.

Deshalb halten Sie sich bitte an die Auflagen – die Tierheime sind voll von eingezogenen, unglücklichen Listenhunden!

Listenhunde sind Hunde, die per Gesetz als gefährliche oder potentiell gefährliche Hunde angesehen werden. Diese Kategorie enthält Hunderassen, die in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein auf mindestens einer Rasseliste stehen.

A

  • Alano
  • American Bulldog
  • American Bully
  • American Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Anatolischer Hirtenhund

B

  • Bandog
  • Beauceron
  • Belgischer Schäferhund
  • Boerboel
  • Bullmastiff
  • Bullterrier

C

  • Cane Corso Italiano
  • Catahoula Bulldog

D

  • Deutsche Dogge
  • Deutscher Schäferhund
  • Do Khyi
  • Dobermann
  • Dogo Argentino
  • Dogo Canario
  • Dogue de Bordeaux

F

  • Fila Brasileiro

G

  • Groenendael

H

  • Hollandse Herdershond
  • Hovawart

K

  • Kangal-Hirtenhund
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Komondor
  • Kuvasz

L

  • Laekenois

M

  • Malinois
  • Mastiff (Hunderasse)
  • Mastín Español
  • Mastino Napoletano
  • Miniature Bull Terrier

O

  • Olde English Bulldogge

P

  • Polski Owczarek Podhalanski

R

  • Rhodesian Ridgeback
  • Rottweiler

S

  • Šarplaninac
  • Staffordshire Bullterrier
  • Südrussischer Owtscharka

T

  • Tervueren
  • Thai Ridgeback
  • Tosa (Hunderasse)
  • Tschechoslowakischer Wolfhund

Z

  • Zentralasiatischer Owtscharka